Schweden 2001
eine Reise in der Vorsaison
von Donnerstag, 26. April bis Donnerstag, 24. Mai
- Teil 6 -

 

Die Kirche von Onsala überraschte uns zunächst mit einer Beerdigung (wir gewannen auf unserer Reise den Eindruck, dass diese in Schweden immer freitags stattfinden - ob das wohl stimmt?) und dann mit ihrem außergewöhnlichen Schmuck im Inneren. 

Von der reichlich bemalten Decke hängen Nachbildungen alter Segelschiffe herab. Ein im Alter friedlich und großzügig gewordener Seeräuber hatte der Kirche so viele Spenden zukommen lassen, dass man nicht nur ihm und seiner Frau einen Platz für ihre Marmorsarkophage zubilligte sondern auch die Schiffe unterbrachte.

Kirche im Ort Onsala

am Hafen von Göteborg

Göteborg war bei nur neun Grad sehr trüb, bedeckt und windig. Am "Vallgraven", einem Kanal, der im Halbkreis um die Altstadt verläuft, fanden wir sogar einen Parkplatz für unser Wohnmobil. Die Innenstadt, die wir uns dann einige Stunden lang ausführlich ansahen, ist von dort aus auf kürzestem Weg zu Fuß zu erreichen. 

Wir folgten dem Reiseführer und besuchten die Oper am Hafen, den Dom und diverse andere Kirchen, sahen viele alte Gebäude - aber keine Altstadt. Fünf Großbrände legten im Lauf der Jahrhunderte alles in Schutt und Asche.

Göteborg verließen wir Richtung Norden, wo die Festung Bohus auch noch nach 700 Jahren das Götaälv-Tal überragt. Heute ist sie eine Burgruine - jedoch geben die mächtigen Mauern aus Feldstein und Backstein dem Besucher trotz ihrem baufälligen Zustand immer noch eine gute Vorstellung von der Uneinnehmbarkeit der Festung in älteren Zeiten. 

Der norwegische König Haakon V. Magnusson begann im Jahre 1308 mit dem Bau dieser imposanten Festung - als Verteidigungswerk der damaligen norwegischen Südgrenze. Bohus galt seinerzeit als eine der größten, massivsten und uneinnehmbarsten Trutzburgen Nordeuropas.

Festung Bohus

Blick auf die Schärenlandschaft Nach einem wirklich interessanten und aufschlussreichen Rundgang ging’s weiter über eine lange Brücke auf die Inseln Tjörn und Orust. Verschiedene Aussichtspunkte erlaubten Blicke über die malerische Schärenlandschaft.

Am Fähranleger nach Lysekil waren wir zwar nicht ganz alleine, aber fast - eben Nebensaison. Die kurze Fahrt über den Gullmarnfjord ist kostenlos. Der Ort Lysekil gab uns wieder Gelegenheit zu einem Bummel am Hafen - das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, da wirkt die Landschaft eben einfach schön. In der Hauptsaison drängeln sich hier nach der Beschreibung aller Reiseführer die Urlauber. Die Gegend - Bohuslän - hat die meisten Sonnenstunden in Schweden, der Golfstrom bringt angenehm temperiertes Wasser.

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