|
|||||
| Tja, und da waren wir dann endlich: Stockholm, unser "Traumziel" war erreicht. Ein Alptraum - wie sich noch herausstellen sollte. | |||||
|
|
Die Stadt besteht aus vielen Inseln, die mit Brücken und Tunneln miteinander verbunden sind. Wie oft wir uns in der Stadt verfahren haben! Und das trotz Stadtplan. Nach langem Suchen fanden wir einen Parkplatz am Ufer von Kungsholmen. Schon dort waren überall Warnschilder vor Autoeinbrüchen angebracht. Wir achteten dann verstärkt darauf, unser Bargeld "am Körper" zu verstecken und machten uns - bei recht großer Hitze - auf den Weg zur Altstadt. Das Königliche Schloss besichtigten wir und hatten das Glück, einen Wachwechsel zu erleben. |
|
|||
| Ein Hinweis für Camper: Der Platz "Bredäng Camping" ist nett und ruhig gelegen, es sind von dort nur 700 Meter zur U-Bahn-Station, die zur Innenstadt fährt. Man sollte die fahrbare Unterkunft unbedingt auf dem Campingplatz stehen lassen und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzten. Mit der Stockholm-Karte sind die Fahrkarten und die Eintrittsgelder für viele, viele Sehenswürdigkeiten abgedeckt. Preiswert ist diese Karte allerdings wirklich nicht. | |||||
|
Wir aber
fuhren am nächsten Tag natürlich mit dem Wohnmobil in die Stadt und
parkten auf dem Parkplatz vom Vasa-Museum. Wirklich sehenswert und gut
gemacht - das Museum!
Als wir nach zwei Stunden zum Wohnmobil zurückkehrten, mussten wir entsetzt feststellen, dass ungebetener Besuch da gewesen war. Aus der Tür vom Aufbau war das Schloss ausgebrochen, alle Schränke waren geöffnet, alle Matratzen hochgehoben, jeder Stauraum im Innenraum durchsucht (Ausnahme: Kühlschrank und Bad). Der Beutel mit den Medikamenten war weg! Meine superschlaue Idee, das restliche dänische Geld in den Medikamenten zu verstecken, erwies sich im Nachhinein als völliger Unsinn - logisch eigentlich. Handy, Fotoapparat, Fernseher waren noch da. |
||||
| Eines muss
man den Dieben allerdings zugestehen: sie waren sehr ordentlich und haben
kein Chaos angerichtet.
Nun, wir haben dann per Handy die Polizei angerufen - auf englisch. Das
Gespräch verlief recht verständlich - wir sollten zur nächstgelegenen
Polizeistation kommen - haben allerdings den auf schwedisch
ausgesprochenen Straßennamen absolut nicht verstehen können. Ein
hilfsbereites schwedisches Ehepaar, das unsere Aufregung mitbekommen
hatte, wiederholte dann den Anruf und erreichte, dass die Polizei zum
Parkplatz kommen würde. |
|
||||
|
|
Unser
Problem waren aber eigentlich die gestohlenen Medikamente, die ersetzt
werden mussten. In Schweden gibt es keine niedergelassenen Ärzte, man
findet die Mediziner nur in Krankenhäusern und in Großstädten im
"City Akuten" - großen Ärztezentren. Wir folgten dem
polizeilichen Rat und suchten ein Krankenhaus auf. Haben Sie schon mal
versucht, mit einem Wohnmobil am Krankenhaus zu parken? Es ging
schließlich - irgendwie. In der Notaufnahme informierte man uns darüber,
dass für jedes Medikament ein anderer Arzt zuständig sei und dass sich
die Sache wegen starkem Patientenandrang bis zum Abend hinziehen konnte.
Also, auf zum City-Akuten - mitten in der Stadt gelegen und wieder kein Parkplatz! Nach der Beschreibung vergleichsweise so gelegen wie am Kölner Neumarkt. Da war es aber nicht, mindesten zehn bis fünfzehn mal haben wir uns durchgefragt und sind irgendwo gelandet, was von der Lage her dem Kölner Alter Markt entsprechen würde (Einheimische werden den Vergleich hoffentlich verstehen). Im City-Akuten eine Rezeption, die erst mal 1000 Kronen verlangt (rd. 230 DM). Hinweis für alle gesetzlich Versicherten: unbedingt den E111-Schein der Krankenkasse mitnehmen, dann reduzieren sich die Grundkosten auf 60 DM. Einer Ärztin, die genauso wenig medizinisches Englisch sprach wie wir, haben wir dann die Art der Medikamente zu erklären versucht, die wir brauchten - gar nicht so einfach! (Und geholfen hat das Allergiemittel später auch nicht besonders.) |
||||
| Dann auf
zur Apotheke! Reingehen, Marke ziehen, auf einer Holzbank ca. 1/2 Stunde
warten, Gespräch in englisch, dann gut 1/4 Stunde warten, bis die
Apothekerin alles in den Computer eingegeben hatte. Jedes Medikament mit
einem großen Aufkleber versehen (Name von Medikament, Arzt und Patient,
Einnahmehinweise, Rezeptnummer, Preis und vieles mehr), ewig lange
Rechnungen. Oh, wir loben das deutsche Gesundheitswesen - jetzt wissen wir es zu schätzen!
Inzwischen war später Nachmittag und Stockholm für uns passé. Wir wünschen allen Schweden-Urlaubern dort bessere Erlebnisse, möglicherweise ist die Stadt ja doch ganz schön - aber laut Polizei finden solche Auto-Einbrüche mindestens alle zwei Minuten statt. Und es kann jeden treffen!!! |
|||||
| zurück ... | weiter ... | ||||